Chronik


Gründung und die ersten Jahre

Im Jahre 1903 kamen eine Anzahl Männer im Gasthaus „Zur Taube“ in Alpirsbach (es stand dort, wo jetzt die Kreissparkasse steht) zusammen, um im Geiste Friedrich Ludwig Jahns einen Turnverein zu gründen. Er sollte der körperlichen Ertüchtigung der jungen Leute und der geselligen Kameradschaft dienen. Es wurde ein Vorstand gewählt, der sich aus folgenden Männern zusammensetzte: 

1. Vorstand: Stadtschultheiß Wilhelm Rieker

Schriftführer: Theodor Beßler

1. Turnwart: Carl Beßler

Kassier: Theodor Göhner

Vereinslokal wurde das Gasthaus „Zur Traube“ in Alpirsbach. Dort fanden auch die Zusammenkünfte und Veranstaltungen statt. Zahlreiche junge Männer und Burschen trafen sich regelmäßig zu den Turnstunden im Turngarten, dem heutigen Kurgarten.

Am 29. Juni 1904 fand am Goldbrunnen ein erstes Preisturnen statt.

1906 stellte Fabrikant Alois Hettich einen Teil seiner Wiese bei der Uhrenfabrik für diesen Zweck zur Verfügung. Als erste „Turnhalle“ diente ein Schuppen.

Die Zahl der Mitglieder nahm ständig zu. Ein Spielmannszug mit Trommeln und Pfeifen wurde gegründet. Dieser wird auch immer wieder erwähnt und die Turnwanderungen, von denen die alten Protokolle erzählen, hatten unter seiner Anführung immer einen besonderen Schlag.

Am 4. Juli 1906 beteiligte sich der Verein erstmals an einem Gauturnfest. Dieses fand in Baiersbronn statt. Die aus sechs Mann bestehende Musterriege errang einen 2. Platz, zwei Einzelturner bekamen einen Kranz und zwei ein Diplom. Die Freude war groß über diesen schönen Erfolg.

Mit der Einweihung der Turnhalle in der heutigen Grundschule (ehemals Progymnasium) nahm 1907 die Turnsache in Alpirsbach einen mächtigen Aufschwung.

1909 war Fahnenweihe verbunden mit einem Gauturnfest. Die Fahne ist heute noch ein Prachtstück und kostete den Verein damals 400 Mark.

1910 wurde auch im benachbarten Rötenbach ein Turnverein gegründet, der dem in Alpirsbach an Aktivität nicht nachstand.

Beim Gauturnfest in Epfendorf am 26. und 27. Juli 1913 beteiligte sich der TV Alpirsbach mit 42 Mann am Festzug. Ein stattliches Aufgebot, das sich auch heute noch überall sehen lassen könnte.


Nach dem Ersten Weltkrieg

Während des Krieges 1914 bis 1918 ruhte der Vereinsbetrieb. 1919 lebte der Verein jedoch wieder neu auf.

In der Generalversammlung vom 15. März 1919 im Gasthof Rössle wurden die Weichen für die weitere Vereinsarbeit gestellt und ein neuer Vorstand gewählt. In der Mitgliederversammlung am 19. August 1919 wurde auch eine Damenriege gegründet. Leiter der Riege wurde Hauptlehrer Süßer, der bald von Karl Vosseler und dieser im Juni 1920 von Hermann Schmid abgelöst wurde. Es war offenbar schon damals nicht so einfach, die jungen Mädchen unter einen Hut zu bringen.

In der Generalversammlung am 25. Januar 1920 wurde die Gründung einer Altersriege und schon ein Jahr später, am 19. Mai 1921, die Gründung einer Leichtathletikabteilung beschlossen. Ihr folgte am 18. Oktober 1921 die Gründung einer Fußballabteilung. Als erster Spielplatz diente der Platz auf dem heute der ehemalige REWE-Markt, steht.

In den Folgejahren kamen unruhige Zeiten auf den Turnverein zu. Die Verfechter des althergebrachten Turnens standen meist in scharfem Widerspruch zu den jüngeren Mitgliedern, die Ball spielen wollten. Es gab Austritte und Ausschlüsse aus dem Verein und schließlich machte sich 1925 die Fußballabteilung selbständig.

Wenig später wurde dafür im Turnverein mit dem Handballspielen begonnen. Erst war es nur eine Jugendmannschaft, ihr folge jedoch 1927 eine 1. und bald auch eine 2. aktive Mannschaft, die in den Jahren 1930 bis 1935 ihren höchsten Leistungsstand erreichten. Nicht wenige schwärmten von der Mannschaft um Erich Stortz, Kuno Hettich und Otto Eisenmann.

Ein großes Fest war 1928 das Gauturnfest in Alpirsbach.


Die 1930er Jahre

1935 wurde der Vereinsbetrieb eingestellt. Es fand sich niemand mehr, der die Vereinsleitung in die Hand nahm. So blieb nur noch der Verein in Rötenbach, der mit Hauptlehrer Heinrich Arnold einen tüchtigen Vorstand und auch viele eifrige junge Mitglieder hatte, sodass um dessen Bestand keine Sorge bestand.

Auch hier wurde in den zwanziger Jahren mit Eifer das Geräteturnen gepflegt. Wie im Nachbarverein in Alpirsbach trat der Drang zum Ballspielen immer mehr in den Vordergrund. 1931 wurde eine Handballspielabteilung gegründet, die fortan hauptsächlich das Vereinsleben gestaltete.

Am 22. Mai 1932 wurde der Sportplatz hinter dem „Löwen“ eingeweiht. Was war auf diesem Platz immer für ein Betrieb. Er war jahrelang der Mittelpunkt der Rötenbacher Jugend.

Die 1. Handballmannschaft spielte in der Kreisklasse mit bestem Erfolg und wurde mehrmals Kreismeister.

1939 nahm der Verein unter der Leitung von Turnwart Gottlieb Roth, der mit verschiedenen anderen Aktiven sich dem Rötenbacher Verein angeschlossen hatte, mit einer Riege und verschiedenen Einzelkämpfern am Landesturnfest in Ludwigsburg teil.


Die Schwierigkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach 1942, als die letzten jungen Männer in den Krieg gezogen waren, kam der Sportbetrieb zum Erliegen.

Gleich nach dem Krieg verlangte die Jugend wieder nach sportlicher Betätigung. Trotz dem ein großer Teil der Aktiven den Tod gefunden hatte, reichte es, zusammen mit jungen Kräften eine Handballmannschaft zusammenzustellen und es wurden unter den schwierigsten Umständen Spiele gegen Nachbarvereine ausgetragen. So hatte der Handball das sportliche Leben im Alpirsbach wieder in Gang gebracht.

Es wurde ein Sportverein gegründet, der nach dem Willen der Militärregierung alle Sportarten umfasste. Turnvereine waren verboten.

Die Gründungsversammlung fand am 3. August 1946 in der „Rose“ in Rötenbach statt. Zuerst bestand der Verein nur aus der Handballabteilung. Bald kamen jedoch eine Abteilung für Tischtennis, Turnen, Leichtathletik, Fußball und Skilauf hinzu.

Die Handballabteilung war die stärkste im Verein. Bald reichte es zu einer zweiten Herrenmannschaft und einer Damenmannschaft. Die ersten Rundenspiele wurden im Kreis Freudenstadt-Calw ausgetragen. Schon nach dem zweiten Jahr stieg die Mannschaft um Adolf Brüstle in die damalige Landesklasse Donau-Neckar auf, wo sie gegen die Mannschaften aus Schwenningen, Trossingen, Schura, Tuttlingen u. a. stets eine gute Rolle spielte.

Was gab es für Schwierigkeiten damals. Musste doch anfangs für jedes Spiel eine Genehmigung der französischen Militärregierung in Freudenstadt eingeholt werden. Zu den Auswärtsspielen kam man oft teilweise mit dem Holzvergaser, der schon an der kleinsten Steigung geschoben werden musste, mit der Bahn oder zu Fuß. Wie groß war aber trotzdem die Sportbegeisterung und die Freude, wieder Handball spielen zu können.

Die Jugend wurde bei einem Turnier 1949 in Hechingen 2. Südwürttembergischer Meister; 1950 holte sie sich die Bezirksmeisterschaft in Nagold. In einem Ausscheidungsspiel wurde dann Weilstetten mit 16:10 Toren besiegt. Das Endspiel um die Südwürttembergische Meisterschaft im Feldhandball fand in Sigmaringen gegen den TV Tettnang statt. In einem dramatischen Spiel bezwang unsere Jugend Tettnang mit 9:7 Toren und war damit Südwürttembergischer Meister.


Die 1950er Jahre

1951 schlossen sich die Handballer dem für uns geografisch günstigeren Bezirk Schwarzwald im Südbadischen Handballverband an.

Im Verlauf von über 25 Jahren gehörten die Alpirsbacher Mannschaften zu den führenden im Bezirk und gewannen auch einige Bezirksmeisterschaften.

Als die Einschränkungen im Vereinsleben sich um 1950 so langsam wieder gelockert hatten, wurde der Sportverein aufgelöst und es entstand der heutige Turnverein Alpirsbach-Rötenbach, aufgebaut auf der Tradition der beiden Turnvereine Alpirsbach und Rötenbach.

In der Gründungsversammlung am 19. August 1950 wurde der gerade aus russischer Gefangenschaft heimgekehrte frühere Vorstand des TV Rötenbach, Heinrich Arnold zum 1. Vorsitzenden gewählt. Weiter wurden gewählt zum

2. Vorsitzenden: Hans Wiedmaier

Schriftführer: Stadtpfleger Albert Hartmann in Abwesenheit. (Er lehnte später die Übernahme des Amtes ab und an seien Stelle kam Ernst Heinzelmann).

Kassier: Eugen Engisch
Oberturnwart: Gottlieb Roth
Frauenturnwart: Heinrich Langeneckert
Abteilungsleiter Handball: Adolf Brüstle
Abteilungsleiter Faustball: Kuno Hettich
Beisitzer: Karl Würth und Karl Krötz
Vereinsdiener: Hans Küpfer
Ballwart: Rolf Kalmbach

Dem sehr rührigen Vorstand und zahlreichen weiteren eifrigen und treuen Helfern war es zu verdanken, dass der Verein von Jahr zu Jahr wuchs und zahlreiche sportliche Erfolge zu verzeichnen hatte. Vor allem wurde die Jugendarbeit gefördert. Es wurden Turnstunden für Jungen und Mädchen aller Alterklassen eingeführt und überall herrschte reges Leben. 

In einer Festwoche vom 7. bis 14. Juni 1953 feierte der Verein sein 50-jähriges Bestehen.

Das Handball-Bezirkspokalturnier am 7. Juni 1953 war ein schöner Auftakt für die zahlreichen Wettkämpfe. Es wurde ein großes Fest, an das wir uns noch gerne zurückerinnern, wenn auch der Festnachmittag unter dem einsetzenden Regen sehr litt. Im Vereinsprotokoll ist zu lesen: „ Wollte man nur den finanziellen Erfolg des Festes in Betracht ziehen, so müsste man sagen, die Mühen wochenlanger Arbeit haben sich nicht gelohnt. Doch wir wollen die schönen sportlichen Erfolge in den Vordergrund stellen und mit dem Erreichten zufrieden sein“. Es verblieb noch ein Überschuss von etwa 100 D-Mark für die Vereinskasse.



Das rege Vereinsleben nahm seinen Fortgang

In der Generalversammlung vom 20. März 1954 wurde auf Antrag von Dr. Bernhard Katzensteiner beschlossen, eine wöchentliche Gymnastikstunde für Frauen einzuführen. Die Leitung übernahm Oberturnwart Gottlieb Roth. Damit war die „Frauenriege“ gegründet, die bis zum heutigen Tag eine sehr aktive Gruppe des Vereins ist.

Die Turnerinnenriege, die ebenfalls von Gottlieb Roth geleitet wurde, war in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre besonders stark. Bei vielen Turnfesten vertrat sie den Verein sehr erfolgreich. Beim Gauturnfest am 2. und 3. Juni 1962 in Freudenstadt war sie mit 28 Mädchen die stärkste Turnerinnenriege des ganzen Gaues und bekam die Note „hervorragend“.

1957 war es wieder die Handballjugend, die im Vordergrund des sportlichen Geschehens stand. Als Meister des Bezirks Schwarzwald im Feldhandball spielte sie in einem Turnier, das in Alpirsbach stattfand, um die Meisterschaft des Südbadischen Handballverbandes. Es war ein kleines Fest für Alpirsbach, zu dem fast der gesamte Vorstand des SHV erschienen war. Für Alpirsbach besonders erfreulich war das gute Abschneiden unserer Jugend. als Gruppenzweiter spielte sie gegen Rot-Weiß Lörrach um den 3. Platz und gewann dieses Spiel mit 11:7 Toren.


Die 1960er Jahre

Im November 1961 verstarb ganz unerwartet der 1. Vorstand Heinrich Arnold. Das war ein schwerer Verlust, war er doch jahrelang immer die treibende und oft auch ausgleichende Kraft im Verein.


Heinrich Arnold



Heinrich Arnold
1937 als Lehrer nach Rötenbach gekommen, wurde dort bald zum 1. Vorsitzenden des Turnvereins gewählt. Mit der ihm eigenen Energie trug er bis zu seinem Tod dazu bei, dass im Turnverein immer reges Treiben herrschte.

Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Vorstand Hans Wiedmaier, der dem Verein mit Tatkraft und Erfolg fast 15 Jahre vorstand.

1963 wurde wieder eine Tischtennisabteilung gegründet. Ernst Heinzelmann erklärte sich bereit die Organisation zu übernehmen, bis sich ein Abteilungsleiter fände. Er behielt dieses Amt dann 14 Jahre, bis er 1977 von Wolfgang Riegert abgelöst wurde.

Die Übungsstunden fanden erst im Rathaus Rötenbach, aber schon nach einem Jahr auch in der Turnhalle des damaligen Progymnasiums (heute Grundschule) statt. Die Abteilung entwickelte sich recht gut. Jedes Jahr einen Tabellenplatz besser, war die Devise für die 1. Mannschaft. War es auch anfangs noch so schwer, bei eifrigem Übungsstundenbesuch und einer guten Kameradschaft innerhalb der Abteilung blieben die Erfolge nicht aus. Es wurden auch noch eine 2. aktive, zwei Jugendmannschaften, eine Schülermannschaft und einige Jahre eine Damenmannschaft aufgestellt, die an den Rundenspielen teilnahmen.

1974 wurde die 1. Mannschaft erstmals Meister der Kreisklasse. Die 1. Jugend machte es noch besser. Sie wurde 1974 Meister des Kreises Freudenstadt und 1975 Meister des Bezirks Freudenstadt-Calw. In der Bezirksliga Böblingen-Schwarzwald erreichte sie in den folgenden Jahren Mittelplätze. Eine Leistung, die besonders hervorgehoben zu werden verdient.



Das 60-jährige Vereinsjubiläum wurde vom 6. bis 8. Juli 1963 gefeiert. Dabei konnte der Vorstand noch den 1. Schriftführer des Vereins, Theodor Beßler und die Preisträger vom 1. Abturnen am 29.07.1904, Schreinermeister Friedrich Roth, Karl Schlack, Christian Löffler, Otto Steurer und Franz Fehrle begrüßen. Auch Karl Engisch, ein Gründungsmitglied des Turnvereins Rötenbach war zum Fest gekommen. Er war dabei, als am 1. Juni 1910 der Turnverein Rötenbach gegründet wurde, der schon im ersten Jahr 26 Aktive, 16 Zöglinge und 84 passive Mitglieder hatte.

Der Festsonntag war wie beim 50jährigen Jubiläum von Blitz, Donner und Regen begleitet. Trotzdem kamen zahlreiche Festbesucher zum Sportplatz und in die Glaunerhalle.

Es war ein gut gelungenes Fest mit vielen sportlichen und geselligen Darbietungen. Besonders die gute Mitarbeit der Vereinsmitglieder, unter ihnen an erster Stelle Josef Berz, der eigens für diesen Zweck eine Woche Urlaub nahm, verdient festgehalten zu werden.

 

Am 27. Mai 1967 wurde das 1. AH-Turnier im Kleinfeld-Handball in Alpirsbach ausgetragen. Alpirsbach gewann das Endspiel gegen den TV Schorndorf mit 3:0. Viele Jahre hatte das AH-Turnier seien festen Platz im Veranstaltungsprogramm des Vereins.

Am 25. Mai 1968 war ein Handball-Höhepunkt beim 40jährigen Handballjubiläum mit dem Spiel Grün-Weiß Dankersen gegen eine Württembergische Verbandsauswahl. Leider war der Nachmittag so verregnet, dass das Spiel kaum hatte ausgetragen werden können.

Nach langer Pause stellte sich am 17. Mai 1969 beim AH-Turnier erstmals wieder eine Alpirsbacher Damenmannschaft vor.

In diesen Jahren war auch die Turnerjugend des Vereins besonders aktiv. In allen Altersklassen war der Turnstundenbesuch recht gut. An den Gaukinderturnfesten nahm der Verein mit 40 bis 60 Kindern teil. Oft wurden der Wimpelwettstreit und zahlreiche erste Plätze gewonnen.

1964 und 1967 fand das Gaukinderturnfest in Alpirsbach statt. Trotz beengten Platzverhältnissen konnten die Wettkämpfe der jeweils ca. 600 teilnehmenden Kinder bis zum frühen Nachmittag abgewickelt werden. Es waren richtige Jugendfesttage und auf dem Sportplatz im Krähenbad war so richtig was los.

In den 60er Jahren waren an den Vereinsabturnen in Alpirsbach immer mehr 100 Wettkämpfer beteiligt.

1967 legte Gottlieb Roth, inzwischen 70 Jahre alt geworden, das Amt des Oberturnwarts und 1969 auch die Leitung der Schülerturnabteilung nieder. Die Turnstunden der Frauenriege leitete er jedoch weiterhin bis kurz vor seinem Tod im Februar 1973.

Mit ihm verlor der Turnverein einen Mann, der über Jahrzehnte an leitender Stelle seine ganze Kraft für den Verein einsetzte. Seine Ideen, seine Arbeit und seine hervorragende Fachkenntnis hatten wesentlich dazu beigetragen, dass der Turnverein in Alpirsbach großes Ansehen erwerben konnte.

1969 übernahm Traugott Scheuerpflug die Leitung der Leichtathletik-Abteilung. Bald hatte er eine Gruppe junger Leichtathleten zusammen, die sich überall sehen lassen konnte und bei vielen Veranstaltungen hervorragende Plätze belegte. Leider verließ er Alpirsbach 1971 schon wieder. Die Leichtathleten sind jedoch auch unter der neuen Leitung von Gerhard Engisch weiterhin sehr aktiv und erfolgreich.


Die 1970er Jahre

Fünf Gausiege beim Gauturnfest 1971 in Oberndorf, acht beim Gauturnfest 1972 in Freudenstadt, acht Gausiege 1975 in Rottweil und neun 1976 in Spaichingen sowie zahlreiche gute Platzierungen waren der Lohn für eine intensive Trainingsarbeit. Auch bei vielen anderen Veranstaltungen stellten die Alpirsbacher Leichtathleten die Sieger.


1971 gab es einen Wechsel in der Vorstandschaft. Hans Wiedmaier, amtsmüde geworden, gab sein Amt an Lehrer Reinhard Ochs ab und Wiedmaier wurde 2. Vorsitzender. Doch schon nach zwei Jahren stand er wieder an der Spitze des Vereins, da Reinhard Ochs zurückgetreten war. 

1975 führte das große Interesse am Freizeitsport zur Gründung einer Jedermann-Turngruppe.

1976 übernahm Wilfried Flockerzie das Amt des 1. Vorstandes. Damit war ein langes Tauziehen um diesen Posten abgeschlossen, das sich auf das Vereinsleben nicht gerade vorteilhaft ausgewirkt hatte. 

1978 wurde das 75jährige Bestehen mit einem Stadt-Stafffellauf und dem Start eines Heißluft-Ballons gefeiert.


Die 1980er Jahre

Im September 1981 wurde die neue Sporthalle auf dem Sulzberg eingeweiht. Mit der Sporthalle war die Voraussetzung geschaffen, dass der Turnverein sein sportliches Angebot erweitern konnte. Vor allem in den Ballsportarten konnten neue Aktivitäten eingeleitet werden, was in den Folgejahren im Turnverein zu sportlichen Erfolgen führte. Hierzu gehörte die Gründung einer sehr aktiven Volleyball-Abteilung im Jahre 1986.

Unter dem Motto „Der Turngau stellt sich vor“ fand 1982 eine große sportliche Veranstaltung in der neuen Sporthalle auf dem Sulzberg statt. Neben vielen sportlichen Darbietungen war der Auftritt des OlympiaDritten von 1976 am Reck und Weltmeisters Eberhard Ginger die Attraktion des Tages. 

1988 konnte die Tischtennis-Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Durch den Weggang einiger Leistungsträger in der Tischtennisabteilung blieben die sportlichen Erfolge aus. Dies führte dazu, dass 1989 der Spielbetrieb eingestellt werden musste.

Dann startete der Turnverein einen Neuanfang unter dem Trainer Hans-Peter Bombis. Nach anfangs 8 bis 10 Jungen spielen mittlerweile bis zu 18 Kinder regelmäßig mittwochs Tischtennis.

Ab 1987 nahmen die Volleyballer aktiv an der Spielrunde in der C-Kreisklasse teil. Im darauf folgenden Jahr sind sie in die B-Klasse und wieder ein Jahr später in die A-Klasse aufgestiegen.


1990 bis heute

Das Interesse der Teilnahme am aktiven Spielbetrieb ging jedoch verloren. 1997 musste die letzte Damenmannschaft und im Jahr 2000 die letzte Jugendmannschaft vom aktiven Spielbetrieb abgemeldet werden.

So gab es in der Volleyballabteilung immer mehr Freizeitsportler. 1994 wurde zum ersten Mal eine Stadtmeisterschaft für Erwachsene und Jugendliche durchgeführt. Das Interesse war sehr groß. Es nahmen 47 Mannschaften teil.

Die Abteilung konzentrierte sich nun auf den Freizeitsport, auf die Stadtmeisterschaften im Volleyballspiel und auf Freizeit-Mixed-Mannschaften, die bei verschiedenen Turnieren teilnahmen und auf die Freizeitrunde des Turngaus Schwarzwald.

Ein Höhepunkt war im Jahr 1999 die Beach-Volleyball-Meisterschaft. Das Interesse war mit vier Jugend-, 14 Herren- und 10 Mixedmannschaften – also mit 64 Spielern – sehr groß. Der neue Trainer Patrick Franke hoffte, 2005 wieder mit einer Mannschaft an aktiven Rundenspielen teilnehmen zu können.

Aus der Bevölkerung heraus kamen weitere Wünsche das sportliche Angebot zu erweitern. So wurde 1989 im Turnverein eine Aerobic-Gruppe, eine Herzsport-Gruppe und 1991 eine Yoga-Gruppe gegründet.

Das sportliche Angebot des Turnvereins war aber noch nicht voll ausgeschöpft. So wurde 1990 eine Reitabteilung und 1994 eine Schützenabteilung in den Verein aufgenommen. Die Schützenabteilung musste leider im Jahr 2000 wegen mangelnden Interesses aufgelöst werden.

In den Jahren 1995 und 1998 war Alpirsbach Austragungsort der Gauturntage.

Erwähnenswert sind auch die Turnschau des Turngaus Schwarzwald im Jahr 2000 und die Ausrichtung des Schwarzwald-Dance-Cups im Jahr 2002.

Im Februar 2003 hat der Turnverein die Karate-Gruppe aufgenommen. Auch in dieser Abteilung ist ein stetiger Zuwachs zu verzeichnen.

Vom 28. Mai bis 2. Juni 2003 feierte der Turnverein Alpirsbach-Rötenbach e.V. sein 100 jähriges Jubiläum. Höhepunkte der Festtage waren am 28. Mai die SWR3 DanceNight, am 30. Mai das Festbankett, am 31. Mai der Festabend mit Alpirsbacher Künstlern u.a., am 1. Juni der Festumzug und am 2. Juni der Kinder- und Seniorennachmittag. Verbunden mit dem Jubiläum waren ein Malwettbewerb und eine Ausstellung im TV-Treff.

Die steigende Mitgliederzahl und der zahlreiche Besuch der Trainings- und Übungsstunden beweisen, dass der Turnverein ein gesunder und angesehener Verein in Alpirsbach ist.

Der Turnverein kann mit Recht und auch mit Stolz behaupten, dass er auch heute noch, wie in den vergangenen Jahrzehnten, seiner Aufgabe gerecht wird, durch die Förderung des Sports für alle Altersklassen, ganz besonders aber für die Jugend, zu deren Gesunderhaltung beizutragen.

Dies ist nicht möglich, wenn nicht stets einsatzbereite Abteilungs- und Übungsleiter und andere Helfer sowie Vorstands- und Ausschussmitglieder zur Verfügung stehen.


Zum Schmunzeln

Auszüge aus alten Protokollen:

Maientour des Turnvereins am 6. Mai 1906:
Frühmorgens strömten die Turner in ihren weißen Hosen zum Vereinslokal „Lamm“. Dort stärkte man sich, ehe man sich um 5 Uhr auf den Weg machte. Der Weg ging über 24-Höfe, wo im Gasthaus „Sonne“ eingekehrt wurde.
Im „Hirsch“ in Betzweiler war der Hunger groß und der Vorstand musste die Brezeln gleich korbweise kaufen. „Dann marschierten wir unter voller Musik, welche ihre Schuldigkeit voll und ganz tat, und zwar so, dass die Leute zu den Dachluken rausschauten, nach Busenweiler“. Dort wurde beim Schultheiß Halt gemacht, welcher einen großen Korb Bier stiftete. Über Aischfeld ging der Weg nach Reutin. Im „Löwen“ wurde vom Vorstand verkündet, dass jeder nur ein Glas Bier trinken dürfe und für jedes weitere 10 Pfennig in die Kneipenkasse zu zahlen habe.
„Mit demselben Schneid wie wir ausgerückt, kehrte der Turnverein unter Trommelwirbel und dem Klang der Pfeifen nach Alpirsbach zurück.“

 

In der Monatsversammlung vom Dezember 1907 wurde beschlossen, „dass bei Vereinsversammlungen jeder nach halb neun Uhr eintreffende oder nicht gegenwärtige Turner, Aktive und Altersriege, 20 Pfennig Strafe in die Kneipenkasse zu zahlen hat“.

 

In der Versammlung am 13. Februar 1909 wurde beschlossen, von der Firma Bebel und Michelfelder in Stuttgart um 400 Mark eine Vereinsfahne machen zu lassen. Nachdem diese eingetroffen war, stellte man mit Schrecken fest, dass ein ‚N’ seitenverkehrt eingenäht war. Der Mangel wurde von der Firma nicht behoben, dafür aber ein Preisnachlass gewährt. Die Fahne ist trotzdem heute noch ein Prachtstück.

 

Aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung des Turnvereins am 26. Oktober 1911:
„Nachdem einigen von verschiedenen Seiten der Standpunkt klar gemacht war, wird beschlossen: wenn bei späteren Ausflügen der Turnverein geschlossen marschiert, keine Fräulein mehr zu dulden. In Anbetracht dessen, dass der Turnverein bisher eine Damenriege nicht besitzt, haben solche bei den Ausflügen auch nichts zu suchen. Abgesehen davon, dass die Zöglinge dabei nichts Gutes lernen.“

 

Monatsversammlung TV Rötenbach am 13. August 1932:
Für die Erstellung der Handballtore schickte die Gemeinde dem Turnverein eine Rechnung über 17,60 RM, welche nach schwerer Debatte angenommen wurde – ja, das Geld war knapp damals.